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Willkommen auf dem powerofpoetry Blog. Alle, die an die Macht des Wortes, an die Kraft der Sprache und die unausgeschöpften Möglichkeiten sprachlichen Ausdrucks glauben, sind herzlich eingeladen, hier mitzuarbeiten. Stefan Mathys.

Im Park

Powerofpoetry's Blog

später sonne strahlen
leuchten durch müde Blätter
die fallen und welken
dem gesetz des spätherbsts gemäss

es ist zeit mich aufzumachen
aufzubrechen mit müttern
und kindern hinaus aus dem Park
bevor mich die kalten schatten
lebendigen leibes verzehren

ein kleiner knabe schaut mich
mit fragendem blicke an:
wieviele blätter denkst du
werden gefallen sein
wenn uns morgen aufs neue
die stolzen bäume begrüssen?

wir werden sie gemeinsam zählen
sage ich dem kind im stillen
wenn uns die sonne gnädig ist

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Begegnung mit ’nem Königstiger

Manchmal, mitten im Alltagsgeflieder
kommt da einer plötzlich so daher
Auf leisen Sohlen pirscht er einher
Ein wahrhaft schöner Königstiger!

Was mach ich nun mit dem Raubgetier?
Schmeichelnd komm‘ ich ihm nicht bei
Drängend wär‘ ich bloss ’ne Pein
Besser: ich lass ihm sein Revier

…und hoffe, dass doch irgendwann
Wenn dem Tiger davon die Felle
hilflos schwimmen von der Stelle
ich ihm liebreich helfen kann.

Im Park

später sonne strahlen
leuchten durch müde Blätter
die fallen und welken
dem gesetz des spätherbsts gemäss

es ist zeit mich aufzumachen
aufzubrechen mit müttern
und kindern hinaus aus dem Park
bevor mich die kalten schatten
lebendigen leibes verzehren

ein kleiner knabe schaut mich
mit fragendem blicke an:
wieviele blätter denkst du
werden gefallen sein
wenn uns morgen aufs neue
die stolzen bäume begrüssen?

wir werden sie gemeinsam zählen
sage ich dem kind im stillen
wenn uns die sonne gnädig ist

Spruch zum Tage

All that he, who believes to know something, really knows for sure, is the fact that he believes something. (Stefan Mathys)

Alles was einer, der glaubt, etwas zu wissen, tatsächlich weiss, ist die Tatsache, dass er etwas glaubt.

Spruch zum Tage

Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.
(Chinesisch)

seltsame begegnung

welke gestalten wanken
entgegen mir durch eis und schnee
die windigen körper umranken
lohender fackeln flammensee

was weiss die kälte schon,
wisst ihr schwankenden zu berichten?
weht ein hauch von hohn
nicht her durch’s schneegeflock gedichte?

euer lasches wehen kaltet
stirne, hände, wangen mir
fratzen seid ihr, bös entstaltet
ein eisig pack von Raubgetier

jedoch: blosse schemen sind es
ziehen weiter, still vorbei
und spuren ihres feuerwindes
verweisen in die Wüstenei

10/2002

Winters Schweigen

Des Winters tiefes Schweigen
fest umhüllt den Sinn Euch beiden
auf dem dunklen Märchenpfad

Das lauschig schmale Weglein
führt tief den stillen Wald hinein
wo Fuchs und Has’ gut’ Nacht sich sagen

Zauberhafte Glitzertannen
zart bezuckert, schneeverhangen
säumen stumm den Wegesrand

Funkelndkalte Wunderpracht
die alles zu Diamanten macht
wo Mondes Licht am Eis sich bricht

Klirrend Glockenspiel der Zweige
erstarrt in ihrem kristall’nen Kleide
ein Eispalast der ganze Wald

Dort wachsam in dem tiefen Schnee
beim Baume steht ein scheues Reh
unbeweglich und ganz stille

Es zögert, schnuppert, äugt umher
duckt sich ängstlich: ist da wer?
und huscht alsbald von dannen

Bald wird der Mond sich neigen
und fallen der Wald in düst’res Schweigen
worin Euer Weglein sich verliert

So geht nun Heim, Ihr beiden Kleinen!
Dürft länger hier nicht mehr verweilen
den Feen und Trollen gehört dieses Revier